Weißenhorn: Frühstücksgespräch für Frauen zum Thema Lohngerechtigkeit

„Die Sekretärin der Rosenheim-Cops kämpft für eine angemessene Entlohnung ihrer vielfältigen Tätigkeiten – von Kaffeekochen bis zur komplizierten Internetrecherche…“ Die Figur aus gleichnamiger Fernsehserie inspirierte Puppenspielerin Christine Klawikowski zu einem Stück zum Thema „Lohngerechtigkeit“. Bild PuppentheaterDieses zeigte sie am Beginn eines Frühstücksgesprächs, zu dem die Katholische Arbeitnehmerbewegung  (KAB) eingeladen hatte. Im Weißenhorner Christophorus-Haus waren am Samstag vor dem diesjährigen „Equal-Pay-Day“ etwa 25 Frauen aus verschiedenen Betrieben wie auch kirchlichen Verbänden zusammen gekommen, um sich über dieses Thema auszutauschen.

Die Zugänge zum Thema waren vielfältig. Anhand einer Hose mit zwei unterschiedlich langen Beinen zeigte KAB-Kreisvorsitzende Ingrid SommerBild Hose den in Deutschland bestehenden Lohnunterschied von 22% auf, den Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer. Mirjam Schlosser berichtete von ihrer Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamts. Besonders wertvoll waren die Erfahrungsberichte, die die teilnehmenden Frauen aus ihrem eigenen Leben mitbrachten. Diese reichten von „ich bin immer gerecht bezahlt worden“ über „ein Tarifvertrag ist eine gute Grundlage für eine angemessene Bezahlung von Frauen, aber er muss auch umgesetzt werden“ bis hin zu „Wir Frauen dürfen nicht schüchtern sein, müssen unsere Kompetenz ins Gespräch bringen und immer wieder für eine guten Lohn kämpfen, wenn wir etwas erreichen wollen“. Betriebsseelsorgerin Martina Berndt-Hoffmann zeigte  Gründe für den oft großen Lohnunterschied auf: „Unterbrechung der Erwerbsbiografie für Kinder oder Pflege gehört mit zu den Hauptgründen, dass Frauen anschließend schlechter eingruppiert und bezahlt werden. Familienkompetenz fließt kaum in die Kriterien für die Bezahlung ein.“ Am Ende des Vormittags waren die Teilnehmerinnen sich einig: „Über Gehalt zu reden und Transparenz zu fördern ist ein erster Schritt zu einer gerechteren Bezahlung von Frauen“.